Ortung
Das Formular wird übermittelt
XC, TR, AM, EN, DH – Wo ist der Unterschied?

Der Mountainbike-Sport gliedert sich in verschiedene Disziplinen – von gemütlichen Touren auf Wald- und Asphaltwegen bergauf bis hin zu extrem anspruchsvollen Abfahrten. Welche Disziplinen gibt es und wie heißen sie?

MTB – Mountainbiking oder Mountainbike-Sport hat in den letzten Jahrzehnten eine große Entwicklung durchgemacht. Einige Disziplinen sind älter, andere gab es vor ein paar Jahren noch gar nicht. In diesem Artikel unterteilen wir die Disziplinen einfach und starten damit eine Serie, die Anfängern im Bereich des Mountainbikens helfen soll.


XC: Cross-Country

Es ist eine Fahrweise, die sich hauptsächlich auf längere Strecken und die Leistungsfähigkeit des Fahrers konzentriert. Die Strecken umfassen schnelle, flache Abschnitte, leichte und steile Anstiege, und das manchmal auch in anspruchsvollerem technischem Gelände. Gegebenenfalls geht es auch über Wurzel- und Steinpassagen. Andererseits gibt es hier weniger anspruchsvolle Abfahrten, die man mit einfachen Waldwegen vergleichen könnte. Achtung, beim XC-Weltcup sind die Strecken in den letzten Jahren wesentlich schwieriger geworden, wobei das Gelände auf den Rennstrecken für Profis so gestaltet ist, dass sie ihre Fähigkeit zeigen können, auch technisch anspruchsvollere Abschnitte schnell zu bewältigen.


Die Fahrräder sind leicht, damit Fahrer dieser Disziplin leicht und schnell bergauf treten können. Die Rahmen der Fahrräder werden bei teureren Modellen aus Carbon gefertigt, die erschwinglicheren aus Aluminium. Ein hochwertiger Aluminiumrahmen kann ebenfalls ein sehr geringes Gewicht haben – genau das ermöglicht den Radfahrern dieser Disziplin lange Distanzen zu fahren.


Diese Fahrräder haben meistens 29-Zoll-Laufräder und die Möglichkeit, mehrere Flaschenhalter anzubringen (da wir von längeren Fahrten ausgehen). Die Federung hat üblicherweise eine Lockout-Funktion (auf Englisch Lock-out), was dem Radfahrer eine bessere Effizienz und Komfort beim Bergauffahren bietet.

Cross-Country-Bikes sind sowohl als Fullys (vollgefedert) als auch als Hardtails – also mit starrem Hinterbau – erhältlich. Der Federweg der Gabel (umgangssprachlich – vorne) und des Hinterbaus (umgangssprachlich – hinten) liegt üblicherweise zwischen 80 und 120 Millimetern. Die Geometrie der Fahrräder trägt zu effizientem Treten und einer hervorragenden Kraftübertragung bei. Ein neuer Trend sind Fahrräder einer ähnlichen Kategorie – Downcountry, die in einigen Fällen einen höheren Federweg sowie eine aggressivere Geometrie für Abfahrten aufweisen.


  • Laufräder – überwiegend 29 Zoll
  • Material – erschwinglicheres Aluminium sowie hochwertigeres Carbon
  • Möglichst geringes Fahrradgewicht

    Trail (Abkürzung TR)

    Das englische Wort "Trail" kommt in der MTB-Terminologie sehr häufig vor. Es ist die Bezeichnung für Waldwege, die mit Mountainbikes befahren werden. Damit verbunden ist auch die Beschreibung dieser Fahrradkategorie.


    Es ist eine Disziplin, bei der das Fahren eine Kombination aus Geschwindigkeit und technischeren Abschnitten ist, bei denen der Radfahrer auch über Unebenheiten (meist natürlichen Ursprungs) wie Wurzeln und Steine fährt. Die Größe dieser Unebenheiten spiegelt sich im Schwierigkeitsgrad der Strecken (Trails) wider. Diese finden wir auf der Karte nach Farben gekennzeichnet (bei den meisten Markierungen ist der einfachste Trail grün und der schwierigste schwarz markiert). Die Strecken umfassen sowohl Anstiege als auch Abfahrten. Auf den Strecken finden wir auch kleinere, von Menschen geschaffene künstliche Elemente, wie Anliegerkurven und Sprünge.

    Gerade wegen der Unebenheiten haben Trail-Bikes höhere Federwege und eine aggressivere Fahrradgeometrie (zwecks Stabilität), die dem Fahrer jedoch auch hervorragende Eigenschaften bei Bergauffahrten bietet. Der Federweg von Trail-Bikes liegt zwischen 120 und 150 Millimetern (sowohl vorne – an der Federgabel, als auch hinten – am Hinterbau).


    Trail-Bikes verfügen meistens auch über eine Lockout-Funktion, die Möglichkeit zur Montage eines Flaschenhalters und in einigen Fällen sogar über versteckten Stauraum (z.B. für einen Riegel oder einen Ersatzschlauch) oder verstecktes Werkzeug (Multitool).
  • Laufräder – überwiegend 29 Zoll
  • Material – erschwinglicheres Aluminium sowie hochwertigeres Carbon

    All Mountain (Abkürzung AM)

    AM bedeutet wörtlich übersetzt – alle Berge. Das bedeutet, dass die Fahrräder für nahezu alle Untergründe konzipiert sind, wobei gerade die Vielseitigkeit ihr Markenzeichen ist. Diese Fahrradkategorie wird heute etwas weniger verwendet als früher, ist aber eine Art Übergang zwischen Trail- und Enduro-Bikes (denen wir uns weiter unten widmen werden).


    Die Fahrt erfolgt üblicherweise auf anspruchsvolleren Strecken – Trails, wobei deren Schwierigkeitsgrad besonders bei Abfahrten sichtbar wird. Oftmals gibt es hier anspruchsvollere technische Abschnitte, größere Unebenheiten, aber auch künstliche Elemente auf den Trails – Anliegerkurven und verschiedene Arten von Sprüngen.


    Diese Fahrräder haben höhere Federwege, nämlich von 140 bis 160 mm vorne und hinten. Die Geometrie ist etwas aggressiver, da man davon ausgeht, dass auf anspruchsvolleren Trails gefahren wird. Gemeinsam mit Trail-Bikes haben sie die Möglichkeit eines Lockouts, der Montage eines Flaschenhalters und auch versteckten Stauraum.
  • Laufräder – überwiegend 29 Zoll
  • Material – erschwinglicheres Aluminium sowie hochwertigeres Carbon

    Enduro (Abkürzung EN)

    Die Disziplin Enduro (Achtung, nicht mit der Motorrad-Disziplin verwechseln) hat sich vor etwa 2 bis 3 Jahrzehnten entwickelt. Ihr Name leitet sich vom Wort "Endurance" (Ausdauer) ab. Diese Disziplin entstand aus einer neuen Wettkampfform, bei der Radfahrer auf sehr anspruchsvollen Trails bergab fahren, während sie anschließend den Berg aus eigener Kraft wieder hinauffahren müssen. Eine solche Fahrweise erfordert genau die erwähnte Ausdauer.


    Die Rennfahrer fahren mehrere Strecken oder Runden hintereinander, wodurch der Schwierigkeitsgrad dieser Disziplin steigt. Auf den Strecken finden sich anspruchsvolle und große natürliche Unebenheiten und in einigen Fällen auch anspruchsvolle künstliche Elemente. Daher müssen die Fahrräder so konstruiert sein, dass sie eine schnelle und harte Abfahrt aushalten, aber gleichzeitig die Möglichkeit bieten, bergauf zu treten, da es auch darum in dieser Disziplin geht.


    Der Federweg der Fahrräder liegt zwischen 150 und 180 mm und in einigen Fällen sogar bei 190 Millimetern. Die Geometrie der Fahrräder ist im Vergleich zu anderen sehr aggressiv, die Bikes haben einen größeren Radstand, was zur Stabilität beiträgt. Mit diesen Fahrrädern ist das Bergauffahren anspruchsvoller, da sie auch für ordentliche Abfahrten konzipiert sind.


  • Laufräder – überwiegend 29 Zoll
  • Material – erschwinglicheres Aluminium sowie hochwertigeres Carbon
  • Möglichkeit zur Befestigung eines Flaschenhalters sowie verstecktem Stauraum (bei einigen Modellen)

    Downhill (Abkürzung DH)

    Dies ist eine reine Abfahrt. In dieser Disziplin geht es ausschließlich um die Abfahrt, wobei die Radfahrer den Berg mit der Seilbahn erreichen. Die Strecken sind extrem anspruchsvoll, es gibt große Unebenheiten, große Sprünge und steile Abschnitte. Für die Rennfahrer geht es darum, so schnell wie möglich bergab zu fahren, bzw. die kürzeste Zeit vom Start bis ins Ziel zu erreichen.


    Daher sind die Fahrräder mit weniger Rücksicht auf das Gewicht und mit den besten Eigenschaften für den extremen Einsatz konstruiert. Dazu trägt eine sehr aggressive Geometrie bei, die keinesfalls für Bergauffahrten geeignet ist. Der Federweg dieser Fahrräder beträgt meistens 200 Millimeter.
  • Laufräder – überwiegend 29 Zoll
  • Material – erschwinglicheres Aluminium sowie hochwertigeres Carbon


    Dies sind die gängigsten Kategorien des Mountainbikens. Nun stellen wir Ihnen auch solche vor, von denen Sie vielleicht noch nichts wussten, die aber definitiv erwähnenswert sind. Biker in diesen Disziplinen nutzen ihre Kreativität und fahren sozusagen für den Stil.

    Freeride (Abkürzung FR)

    Wenn es beim Downhill darum geht, die Strecke so schnell wie möglich zu bewältigen, ist Freeride das genaue Gegenteil. Die Zeit ist hier irrelevant. Es geht darum, wie der Fahrer die gegebene Strecke bewältigt, die hauptsächlich aus Sprüngen und Drops besteht. In dieser Disziplin werden der Stil der Fahrer, die Kreativität der Tricks sowie die technischen Fähigkeiten bewertet (da die Rennfahrer bergab fahren).


    Die Rennfahrer verwenden speziell angepasste Downhill-Bikes, um Tricks so einfach wie möglich auszuführen, gleichzeitig müssen die Fahrräder aber auch harte Stöße bei Sprunglandungen aushalten. Das bekannteste Freeride-Event ist die Red Bull Rampage.


    Dirt/Slopestyle

    Das sind zwei unterschiedliche Disziplinen. Wenn Dirt um Sprünge und Tricks geht, ist Slopestyle eine erweiterte Form davon. Dirt oder Dirt Jumping ist eine Art des Radfahrens über spezielle Sprünge – Dirt Jumps, die einen sehr steilen Absprung und eine steile Landung haben. Dadurch können sie den Fahrer in beträchtliche Höhen katapultieren, wo er seine Fähigkeiten in verschiedenen Tricks unter Beweis stellt. Ob Backflip oder 360, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.


    Slopestyle ist eine Disziplin, die von Rennfahrern auch bei verschiedenen Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Red Bull Joyride, gefahren wird. Die Strecke besteht aus großen Sprüngen, Drops sowie verschiedenen anderen Elementen, die darauf abzielen, den Fahrer ordentlich hoch in die Luft zu befördern. Dort zeigt er seine Tricks, wobei wiederum deren Ausführung, Qualität und Kreativität bewertet werden.

    Dirt-Bikes werden mit 26-Zoll-Laufrädern und einem Federweg von 100 mm hergestellt. Das Fahrrad ist kleiner, niedriger und auf bestmögliche Agilität in der Luft ausgelegt. Üblicherweise findet man an Dirt-Bikes Singlespeed, also nur einen Gang. Der Rahmen ist starr, es handelt sich also nicht um einen vollgefederten Rahmen.


    Slopestyle-Bikes sind oft schon vollgefedert, wobei die Effizienz in der Luft und die Agilität natürlich erhalten bleiben.


    Wussten Sie schon?

    Die ersten Downhill-Weltmeisterschaften (Abfahrt) fanden bereits 1990 unter der Schirmherrschaft der UCI statt. Sie wurden von der Stadt Durango in Colorado ausgerichtet.
    Fotoquelle: Redaktionsarchiv
  • report_problem Hast du einen Fehler im Text gefunden?
    keyboard_arrow_up