Gravel, Straße, Trekking – was bieten sie an?
Rennräder sind für schnelle Fahrten auf Asphalt konzipiert. Können jedoch Gravel- oder Trekkingräder eine ähnliche, wenn nicht gleiche Leistung erbringen?
Äußerlich unterschiedliche Fahrräder, die aber immer noch bestimmte gemeinsame Merkmale aufweisen. Ein absoluter Anfänger in der Welt des Radsports könnte zögern, welcher Fahrradtyp für ihn das „Richtige“ ist. Auf der einen Seite haben wir die pure Geschwindigkeit eines Rennrads, auf der anderen die Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit eines Gravelbikes. Ergänzt wird das Trio durch das Trekkingrad, das mit seinem Konzept eine „eigene Liga“ bildet. Welcher Radfahrer wird welchen Fahrradtyp am meisten schätzen?
Gravel – eine Welt der Einfachheit und Vielseitigkeit
Versuchen wir zunächst zu definieren, für wen ein Gravelbike eine bessere Alternative sein könnte – zumindest im Vergleich zu einem Rennrad. Manche Leute sind keine Fans von perfektem Asphalt nach österreichischer Art und nehmen gelegentlich gerne eine Abkürzung über eine unbefestigte Straße. Dafür reichen auch breitere Rennradreifen aus.
Wenn du jedoch kein anspruchsvolles Gelände fahren möchtest und ein Fahrrad „für alles“ haben willst, kann ein Gravelbike die ideale Wahl sein. Sein Vorteil ist vor allem, dass der Radfahrer im Gegensatz zum Rennrad nicht an Asphalt gebunden ist. Im Vergleich zu einem Mountainbike kann man wiederum mit Gewichtseinsparungen, besserer Aerodynamik und auch einfacherer Wartung rechnen.
Die Gleichung ist einfach – je mehr sich irgendwo bewegt, desto mehr Pflege benötigt es und desto mehr kann kaputtgehen.
Darüber hinaus holen die heutigen Gravelbikes ihre MTB-Pendants teilweise durch verschiedene Elastomere (Dämpfungselemente) oder Materialeigenschaften auf. Außerdem bieten einige Modelle die Möglichkeit, eine Federgabel oder eine Teleskopstütze zu montieren… Aber hier weichen wir schon etwas vom Vergleich mit dem Rennrad ab.
Die Vielseitigkeit des Gravelbikes wird auch dadurch unterstrichen, dass man nur einen zweiten Satz Laufräder kaufen, schmalere Reifen aufziehen muss und, voilà, man praktisch zwei Fahrräder hat. Im Vergleich zu den meisten Rennrädern bieten Gravelbikes eine aufrechtere Sitzposition. Dies kann „Langstreckenfahrern“ entgegenkommen, die dann nicht so oft das Problem haben, dass ihnen nach einigen Stunden der Rücken oder Nacken schmerzt.

Eine Herausforderung kann die Wahl der Übersetzung sein. Rennräder sind in der Regel mit einem Zweifach-Kettenblatt vorne ausgestattet, die Kassette hat 8 – 12 Gänge. Bei Gravelbikes hingegen besteht die Möglichkeit, vorne ein Einfach-Kettenblatt in Kombination mit einer Kassette mit größerer Bandbreite zu montieren.
Ein ideales Beispiel ist die GRX-Gruppe von Shimano. Fährst du hauptsächlich flaches Gelände, Feldwege oder Schotter? Ein Einfach-Kettenblatt ist die klare Wahl. Ein Zweifach-Kettenblatt gewinnt im hügeligen Gelände, da es eine größere Übersetzungsbandbreite bietet. Nun ja, es gewinnt… bis zu dem Moment, in dem du nicht Primož Roglič oder Jonas Vingegaard bist.
Ein Gravelbike kann auch eine ausgezeichnete Alternative bei Bikepacking-Rennen auf der Straße sein. Es ist konstruktiv besser für die Montage verschiedener Taschen geeignet. Befestigungspunkte finden sich am Rahmen, an der Gabel, und auch Lenker und Sattelstütze können genutzt werden.

Das Trekkingrad als Ideal für den „Hobbyfahrer“
Obwohl Trekkingräder in letzter Zeit etwas in den Hintergrund treten, sind sie doch Fahrräder für jeden Tag und haben immer noch viel zu bieten. Auch ich habe mit dem Radfahren auf einem Trekkingrad begonnen, und ich bin sicherlich nicht der Einzige. Mit etwas Augenzwinkern könnte man sagen, dass ein Trekkingrad eine günstigere Alternative zum „Schotterflitzer“ ist.Im Gegensatz zu Gravel- und Rennrädern, die sich auch für sportliches Fahren eignen, wird ein Trekkingrad eher von Hobbyradfahrern geschätzt, die keine übertriebenen sportlichen Ambitionen haben.

Kein schweres Gelände, keine Tausende von Höhenmetern. Dafür erhälst du eine große Übersetzungsbandbreite, die einem untrainierten Radfahrer erheblich helfen kann. Ein Unterschied findet sich auch im Griff – während Renn- und Gravelbikes in der Regel Rennlenker haben, hält das Trekkingrad immer noch an geraden Lenkern fest. Obwohl dies zu einer etwas schlechteren Aerodynamik führt, ist ein Fahrrad mit geradem Lenker leichter zu kontrollieren.
Darüber hinaus sind Trekkingräder oft mit Gepäckträgern, Lichtern ausgestattet oder zumindest dafür vorbereitet. Kurz gesagt, es ist ein Fahrrad, das sich sowohl für den Weg zur Arbeit als auch für sonntägliche Fahrten auf Asphalt eignet.

Ein Crossbike könnte im Vergleich zum Trekkingrad leicht verwirrend sein. Dieser Fahrradtyp ähnelt jedoch eher einem Hardtail – er hat breitere Reifen und in den allermeisten Fällen auch eine Federgabel.
Welches Fahrrad für wen?
Am Ende steht die wichtigste Frage: Welches Fahrrad passt am besten zu wem? Wir gehen das Punkt für Punkt durch:Rennrad:
- wenn du sportliches Fahren liebst
- wenn du so aerodynamisch effizient wie möglich sein möchtest
- wenn du auch ein Mountainbike besitzt
Gravelbike:
- wenn du ein Fahrrad „für alles“ willst
- wenn du Straße und nur leichtes Gelände fährst
- wenn du Bikepacking-Touren planst
- wenn du ab und zu Autos ausweichen möchtest
Trekkingrad:
- wenn du nur leichte und kürzere Strecken fährst
- wenn du ein begrenztes Budget hast
- wenn die Vielseitigkeit des Fahrrads für dich Priorität hat
- im Verkehr gilt dasselbe wie für das Gravelbike
In Zukunft werden wir uns die restliche Ausrüstung und einige praktische Tipps zum Fahren ansehen.


































































