Ortung
Das Formular wird übermittelt
Was siehst du eigentlich am Rennradfahren?

Warum sollte man eigentlich mit dem Rennradfahren anfangen und was ist am Anfang wichtig? Die Antwort findest du vielleicht im Artikel.

Ich gebe zu, dieses Thema hätte ich wohl als Erstes behandeln sollen. Aber besser spät als nie. Ihr kennt das sicher – seit Jahren wollt ihr etwas ausprobieren, aber es gibt immer einen Haken. Manche wissen nicht, ob es ihnen überhaupt Spaß machen würde, für andere könnten Finanzen ein Problem sein, unsere Straßen und der Verkehr, die seltsamen Blicke der Umgebung, warum wir uns überhaupt in Lycra zwängen… Lohnt es sich überhaupt? Natürlich! Und so wird dieser Artikel eher ein motivierend-philosophischer Einblick mit einigen (hoffentlich) guten Ratschlägen sein.

Fahrradfreunde

Was wird deine Motivation sein?

Diesen Artikel schreibe ich aus einer persönlichen Perspektive, obwohl ich kein Guru bin. Es gilt wohl allgemein, dass ohne Motivation jedes Ziel sehr schwer zu erreichen ist. Diese ist natürlich für jeden anders – abnehmen, Kondition aufbauen, Spaß haben, neue Orte entdecken… Oder auch andere Dinge, über die wir uns abends beim Bier unterhalten können. Wichtig ist jedoch, an seiner Motivation festzuhalten und sie sich gelegentlich ins Gedächtnis zu rufen. Oder eine neue zu finden. Mit der Zeit kommst du vielleicht sogar an den Punkt, dass du einfach so, ohne Grund, Fahrrad fahren möchtest – es wird dich einfach darauf ziehen. Also, Moment mal, ist das Fahrrad eigentlich eine Droge?

Abfahrten, Berge, Rennradfahren

Wenn man Erwartungen zügeln muss, oder: Ein teures Fahrrad macht dich nicht zum Star

Motivation hätten wir, jetzt können wir uns Ziele setzen. Wichtig ist jedoch, dass diese anfangs zugänglicher und erreichbarer sind und man nicht zuletzt geduldig bleibt. Niemand hat 20 kg in zwei Monaten abgenommen, niemand ist nach ein paar Fahrten auf dem Rennrad gleich 200 km lange Strecken gefahren. Leider macht uns hier die aktuelle Zeit, die auf Leistung ausgelegt ist, ein wenig zu schaffen – je mehr Kilometer, desto mehr Kudos auf Strava.

Rennradfahren, Radtourismus
Überzogene Erwartungen kannst du aber auch an dein Fahrrad haben, und das betrifft nicht nur Anfänger, sondern auch einige Fortgeschrittene. Ich erinnere mich immer noch schmunzelnd an die Zeiten, als ich mein erstes gebrauchtes Fahrrad kaufte und Jungs, die Rennräder zum halben Preis (!) hatten, mich regelmäßig in den Boden stampfen konnten. Sicher, ein leichterer oder Aero-Rahmen spart vielleicht ein paar Sekunden, aber letztendlich geht es immer um dasselbe – fahren, fahren, fahren. Ehrliches Training ersetzt kein Carbon.

lächelnder Radfahrer

Von einem klareren Kopf bis zu einer stärkeren Persönlichkeit

Das Tolle am Radfahren ist auch, dass ich… Nun, ich kann nicht einmal sagen, dass ich allein mit meinen Gedanken eingeschlossen bin. Es passiert mir einfach, dass ich „aufwache“, während ich in die Pedale trete und dabei über ganz andere Dinge nachdenke. Wenn ich nach Hause komme, mag ich körperlich noch so erschöpft sein, aber dafür mit einem völlig klaren und neu gestarteten Kopf. Andererseits spielt beim Rennradfahren das gemeinschaftliche Fahren eine große Rolle. Mit Freunden im Windschatten erlebt man wiederum viele lustige Momente...

Und Radfahren wirkt sich eindeutig auch auf die Psyche des Menschen in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit aus. Jeder Berg, jeder Gegenwind, schmerzende Beine und Stunden im Sattel schärfen die Willenskraft. Sonst würde wohl jeder vernünftige Mensch bei der ersten Hürde wieder nach Hause abbiegen.

Herbstliches Radfahren
Die körperlichen Vorteile werden wohl auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Auch hier findet sicher jeder das Seine, für mich persönlich ist es vor allem der Stoffwechsel. Daraus könnte auch eine typische Boulevard-Schlagzeile entstehen: „Frauen hassen ihn – er isst einen Wagen voll und nimmt nicht zu!“

Sind Autos Feinde von Radfahrern?

Versuchen wir, das aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Gravel-Fahrer oder Mountainbiker argumentieren oft damit, dass es im Wald und auf den Feldern ruhiger ist als zwischen Autos. Das stimmt sicherlich.

Andererseits haben wir doch viele schöne Asphaltstraßen, die für Autos unzugänglich sind oder auf denen der Verkehr minimal ist. Es reicht, Hauptverkehrsstraßen zu meiden, ein wenig Nebenstraßen zu erkunden, und schon fühlt man sich sicherer.



Dass wir auf Asphalt fahren, hat auch einige weitere Vorteile. Zum einen muss man nur etwas in die Pedale treten und schon „fliegt“ man mit 40 km/h über die Ebene. Eine höhere Geschwindigkeit bedeutet automatisch auch mehr Kilometer in der gleichen Zeit, zum Beispiel im Vergleich zu einem MTB oder Gravelbike. Und die Straße ist glücklicherweise nicht so wetterabhängig – ich merke oft an mir selbst, dass ich auch ein paar Tage nach dem Regen zögere, ob ich in den Wald gehen soll oder nicht… Nun, ich möchte nicht jedes Mal das Rad waschen müssen. Damit verbunden sind später auch längere Serviceintervalle. Und das schafft in den meisten Fällen wirklich auch ein Anfänger.


Ich schließe mit meiner Erfahrung – ich war immer eher der abenteuerlustige Typ, der selten auf Leistung oder Durchschnittswerte achtete. Dafür wollte ich immer mit schönen Erlebnissen nach Hause kommen. Jeder kann seinen eigenen Weg gehen..
Fotoquelle: Redaktionsarchiv
report_problem Hast du einen Fehler im Text gefunden?
keyboard_arrow_up